Iran Schutzprojekt

Mehr als 60% der Wildpopulation des Persischen Leoparden (Panthera pardus saxicolor) lebt im Iran. Der Iran ist somit das wichtigste Rückzugsland für diese stark gefährdete Tierart. Aber auch hier schwinden die Lebensräume und werden die Großkatzen ebenso wie deren Beutetiere illegal gejagd.

Das 2013 ins Leben gerufene Persische Leopardenprojekt wird geleitet von Mohammad Farhadinia. Er ist im Iran geboren und arbeitet für die WildCRU-Abteilung der englischen Universität von Oxford. Sein Projektgebiet befindet sich im Tandoureh Nationalpark im Nordosten des Irans an der Grenze zu Turkmenistan.

Bereits seit Projektbeginn wird am Auf- und Ausbau eines gemeinsamen Beobachtungsprogrammes gearbeitet, das neben den Projektteilnehmern auch andere lokale Naturschützer, Tierärzte sowie die Bevölkerung vor Ort mit einbezieht. Dabei geht es in erster Linie um die demografische Entwicklung der Leopardenpopulation sowie deren Gesundheitsstatus.

Mit Hilfe von Beobachtungsmeldungen und Kamerafallen sollen die Leopardenbestände überwacht werden. Um die lokalen Naturschützer in die technischen Details und die organisatorischen Abläufe einzuarbeiten, werden spezielle Workshops organisiert.

Auch werden einzelne Leoparden gefangen, narkotisiert und mit GPS Halsbändern ausgestattet, um sie mit Hilfe der Satelliten-Telemetrie zu verfolgen und mehr über ihre Lebensweise zu erfahren.

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Dabei entnehmen die Tierärzte den schlafenden Raubkatzen natürlich auch diverse Proben, wie beispielweise Blut, Kot oder Gewebe für tierärztliche und genetische Untersuchungen.

Tierärztlich sind vor allem infektiöse virale sowie parasitäre Erkrankungen von Interesse. Und das nicht nur bei den Leoparden selber, sondern auch bei anderen Raubtierartigen. Einige Krankheitserreger könnten nämlich von Wildtieren auf Haustiere übertragen werden.

Um dies herauszufinden, zu erfassen und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen zu entwickeln, müssen vor allem lokale Tierärzte aber auch die Bevölkerung allgemein, insbesondere die Tierhalter, aufgeklärt und geschult werden.

Zur besseren Einschätzung der Übertragungsgefahr sind Blutuntersuchungen auch an 30% aller Haushunde, die um den Nationalpark herum in den Dörfern leben, geplant. Zur Anwendung kommen sollen kommerziell erhältliche Test-Kits (zum Beispiel für die Staupe-Viruserkrankung), die dann auch bei den gefangenen Leoparden oder anderen Raubtieren getestet werden können.

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Für die lokalen Tierärzte sind sowohl theoretische als auch praktische Trainings-Workshops geplant. Dabei soll es vorwiegend um Präventionsmaßnahmen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von infektiösen Erkrankungen gehen.

Darauf aufbauend sollen spezielle Beratungsprogramme für Tierhalter und Jäger in den jeweiligen Dorfgemeinschaften angeboten werden.

Ziel ist es, das Wissen über die Leoparden und den Nationalpark in allen Bevölkerungsschichten deutlich zu verbessern und auch per Fernsehdokumentation in die Welt zu tragen.

Denn nur durch Aufklärung und Prävention in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort können diese stark gefährdeten Persischen Leoparden besser geschützt werden.

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