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Artenschutz durch Zoos

Zoos übernehmen im Artenschutz eine zentrale Aufgabe. Sie widmen sich dem Schutz bedrohter Lebensräume (in situ-Schutz) und gleichzeitig der  Erhaltungszucht bedrohter Arten (ex situ-Schutz). Darüber hinaus erreichen Zoos mit ihren Millionen Besuchern jährlich ein breites Publikum und können so aktiv für den Erhalt seltener Tiere werben.

Zoos betreiben nicht nur Erhaltungszucht, sondern setzen sich im Rahmen ihrer Bildungs-, Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit für bedrohte Tierarten ein. Der Schutz gefährdeter Arten kann nur durch eine enge Vernetzung von in situ- und ex situ-Artenschutz erfolgen. Um das Überleben vieler heute bereits vom Aussterben bedrohter Arten zu sichern, müssen die angestammten Lebensräume erhalten werden (in-situ-Schutz), genauso wichtig ist dabei auch der Artenschutz und die Erhaltungszucht (ex-situ-Schutz) dieser bedrohten Tierarten in Menschenhand. Die Zoos sind dabei die treibende Kraft auf dem Gebiet der Erhaltungszucht, ohne deren Einsatz ein Überleben vieler Tierarten nicht möglich wäre. Arten- und Naturschutz ist deshalb eine der vier Hauptaufgaben der Zoos heute.

Die ersten Artenschutzbemühungen der Zoos gehen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück: 1905 wurde im Bronx Zoo (New York) die „American Bison Society“ mit dem Ziel gegründet, den amerikanischen Bison zu retten. 1923 erfolgte in Berlin die Gründung der “Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents”, mit dem heute noch bestehenden Wisent-Zuchtbuch. Mehr als 1.000 Tierarten werden weltweit von Zoos in internationalen oder regionalen Zuchtbüchern und Programmen geführt. 170 internationale Zuchtbücher werden unter der Schirmherrschaft des Welt-Zoo- und Aquariumverbandes (WAZA) geleitet. Der Europäische Zoo- und Aquarienverband (EAZA) koordiniert rund 190 Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEPs) für 212 Arten und separat koordinierten Unterarten, sowie 198 Europäische Zuchtbücher (ESBs) für weitere 200 Arten oder Unterarten.

Junger Leopard

Ein Beispiel ist das „Europäische Erhaltungszuchtprogramm“ (EEP), welches für eine Vielzahl von bedrohten Tierarten existiert und europaweit, teilweise sogar weltweit zwischen den Zoos koordiniert wird. Durch die Zucht in menschlicher Obhut können die bedrohten Tierarten für die Nachwelt erhalten werden und für Wiederansiedlungsprogramme zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung haben sich die Zoos weltweit im Rahmen der „Weltzoonaturschutzstrategie“ zum Schutz der Tiere in ihrer Obhut und darüber hinaus für denSchutz der angestammten Lebensräume verpflichtet.

Mit großem Aufwand betreiben die Zoos deshalb nicht nur die Erhaltungszucht, sondern setzen sich im Rahmen ihrer Bildungs-, Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die bedrohten Tiere ein. Mit großem finanziellem Aufwand betreiben die Zoos diese Aufgabe!

In Deutschland gibt darüber hinaus das Bundesnaturschutzgesetz den Zoos eine klare Aufgabe in dieser Hinsicht. Sie sind zuständig für

    a) Forschungen, die zur Erhaltung der Arten beitragen, einschließlich des Austausches von Informationen über die Arterhaltung, oder
    b) die Aufzucht in Gefangenschaft, die Bestandserneuerung und die Wiederansiedlung von Arten in ihren Biotopen oder
    c) die Ausbildung in erhaltungsspezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Viele Beispiele zeugen von dem  Erfolg, den die Zoos auf dem Gebiet des Artenschutzes bereits haben! Mehr als 50 Tierarten waren oder sind in der Natur ausgestorben und konnten in Menschenhand gerettet werden. Meistens trugen Zoos wesentlich zum Überleben bei.

Weitere Informationen: Aufstellung der von Zoos und ähnlichen Einrichtungen geretteten Arten

Darüber hinaus konnten mehr als 200 lokal oder regional ausgestorbene Tierarten dank der Unterstützung von Zoos, insbesondere durch deren Nachzuchten, erfolgreich oder mit guten Aussichten wiederangesiedelt werden. Darüber hinaus stellen die Zoos auch ihre Sachkunde, Infrastruktur und finanzielle Mittel für diese Projekte zur Verfügung, die in der Regel mit den verschiedenen Partnern wie Naturschutzbehörden, Universitäten und Naturschutzverbänden durchgeführt werden. Eine Übersicht finden ist hier zu finden.

Kontakt und Adresse

Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.

Hohe Warte 1
31553 Sachsenhagen
Tel.: 05725/7019912

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